Star Trek 11 – Das zweite Review
Am Mittwoch habe ich mir ein zweites Mal Star Trek 11 gegönnt. Mein erster Eindruck war ziemlich positiv. Damals schrieb ich aus dem Gedächtnis. Heute habe ich ein paar Notizen vor mir liegen
Bei mir gibt es zuerst das Fazit, die Pro- / Kontra-Liste findet ihr danach.
Fazit
Hätte man den Film nicht als “Star Trek” vermarktet gäbe es meinerseits keinerlei Grund zur Beschwerde. Die Effekte sind fantastisch, der Humor perfekt (sogar richtig “Star Trek”), die Besetzung passt, die Handlung schreitet so schnell voran, dass Storylücken beim Ansehen kaum auffallen. Popcorn-Kino – ein Film, der gefällt und danach wieder vergessen wird.
Soweit so gut, aber: Den alten Fans wird eine nicht durchdachte Zeitreise, lieblos/sinnlos aneinandergereihte Action und eine Charakterentwicklung, die zumindest eine Staffel ausfüllen könnte, vorgesetzt. Mir persönlich hätte ein richtiger Reboot besser gefallen als eine, in meinen Augen, nicht gelungene Gratwanderung zwischen altem und neuen Universum. Keine “schlechte” Zeitreise-Story, keine halbgaren Anspielungen auf die alten Serien und Filme. Stattdessen die Charaktere als Grundlage und eine wirklich neue Geschichte. Bei Battlestar Galactica hat das wunderbar funktioniert. Der beste Star Trek Film bleibt somit weiterhin Star Trek 8 – Der erste Kontakt und die beste Serie natürlich Deep Space Nine ![]()
Kontra
- Chekov ist 17!
Ohne Worte. - Nero will die U.S.S. Kelvin vernichten, lässt aber dann die Shuttles unbehelligt flüchten?
Unglaubwürdig. - Der junge Kirk klaut einen Oldtimer und fährt ihn zu Schrott.
Für die Handlung ziemlich überflüssig. Die Szene in der Bar beschreibt Kirk hinreichend. - Ein Sprung aus dem All – auf eine Bohrplattform, die sich in der Atmosphäre eines Planeten befindet.
Lächerlich. - Soeben genannte Plattform verhindert irgendwie das Beamen. Ein paar Filmminuten später: Da zwei Besatzungsmitglieder auf den Planeten stürzen, funktioniert das Beamen natürlich wieder.
Noch lächerlicher. - Die Kadetten erhalten eine Beförderung nach der anderen. Von Null auf Captain in zwei Filmstunden?
?!? - Die Charaktere werden auf dem schnellsten Weg eingesammelt und in die, für das Publikum bekannten, Rollen gesteckt.
Beispiel:
Am Ende fehlt nur noch Scotty. Daher werfen wir Kirk von Bord. Dieser landet auf einem Eisplaneten, läuft vor zwei absolut schrecklichen (
) Monstern davon und findet danach ganz zufällig den alten Spock und später Scotty. Nun müssen die beiden natürlich wieder zurück auf die Enterprise. Die einzige Lösung? Beamen. Aber, aber, aber so weit kann doch im Star Trek Universum nicht gebeamt werden. Egal, dann geben wir ihm irgendeine Formel aus der Zukunft.
In über 700 Episoden Star Trek gibt dieses sogenannte Transwarp-Beamen nicht, obwohl es Mr. Scott ja angeblich später selbst entwickelt. Hat er in den alten Serien aber nicht. Schwarzes Logikloch, ich krieg dich
- Die Erklärung für die Versetzung von Scotty auf den Eisplaneten? Er hat den Hund eines Admiral Archer verschwinden lassen. Wieder eine Anspielung auf eine alte Serie. Dieses mal Enterprise. Nur dass Archer zu diesem Zeitpunkt bereits 146 Jahre alt sein müsste und er wahrscheinlich, der Hund aber sicherlich bereits tot ist.
- Die Liebesgeschichte zwischen Spock und Uhura hätte man sich im Prinzip auch sparen können. Für die Handlung ist sie absolut unwichtig.
- Pike saß in der klassischen Serie im Rollstuhl, also muss das im Kinofilm genau so sein.
Warum? Die Geschehnisse, die zu der Lähmung geführt haben sind in der klassischen Serie und im Film komplett unterschiedlich. Oh je, ich hatte vergessen, die neuen Charaktere sollen ja die alten Fans ansprechen, alles andere ist variabel. - Warum wird das Raumschiff rundum erneuert, aber die Figuren haben immer noch ihre roten, blauen oder gelben Schlafanzüge an?
- Was sollen die Wasserrohre im Maschinenraum?
Ach ja, stimmt, Scotty musste sich für ein bisschen Dramatik in die Rohre beamen lassen. - Insgesamt keine nennenswerte Story sondern eine Aneinanderreihung von Szenen, die von der schnellen Inszenierung zusammengehalten werden.
Pro
- Endlich eine sinnvollere Berechnung der Sternzeit.
- Perfekt passender Humor.
- Design und Effekte.
- Einige Running Gags (ein Redshirt stirbt, Ich bin Arzt, …)
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