Kurz notiert – 11. Januar 2011
- Ein überraschend guter Kommentar aus der FAZ zum Thema Wikileaks und Journalismus im Allgemeinen:
Natürlich können die Enthüllungen unliebsame Folgen haben. Genau wie guter Journalismus… Aber die Aufgabe von Journalisten besteht nun einmal darin, Informationen vom Dunkel ins Licht zu ziehen – das Gegenteil besorgen schon genug andere… Ist es gut, ist es schlecht? Es ist eine Nachricht. Man kann nicht vorher wissen, wozu ihre Veröffentlichung führt. Aber wenn man es kontrollieren will, pardon, dann ist man schon auf dem Weg nach Nordkorea.
- Die Entwicklung von 200 Ländern in den letzten 200 Jahren – in 4 Minuten: via http://www.agenturblog.de
- Ist zwar Werbung, aber das Video kann ja nichts dafür
.
Unser Immunsystem:
- US-Regierung fordert personenbezogene Daten von Twitter
- Dazu passend:
… Wenn das nicht den Journalismus bzw. journalismusähnliche Strukturen zerstört, Kontakte verunsichert und die Wahrheitsfindung bzw. freie Meinungsäußerung erschwert… Bezeichnend auch, dass wir ohne Twitters (vermuteter) Beschwerde beim Bundesgericht wohl nie davon erfahren hätten, denn ursprünglich war es ihnen untersagt, irgendwem von den Ermittlungen zu berichten. – Jeder, der auch nur im Entferntesten daran denkt, dem Schwippschwager von Wikileaks eine Nachricht zu schicken (“LOL! Schicke Euch auch noch Material!”), muss also mit einer Überprüfung rechnen. Selbst, wenn das angekündigte “Material” dann aus dem Video eines pupsenden Pandabären besteht…
- Oder:
… Wer also in Twitter nur mal ein Follow auf einen Wikileaks-Account eingetragen hat, kommt also automatisch in Verdacht. Und da kann es leicht passieren, daß man beim nächsten Flug in die USA… rein, aber nicht mehr raus darf. Und wenn man bedenkt, daß da nicht nur Twitter, sondern auch Apple, Hotmail, Amazon, Google mit Suchbegriffen, Mailboxen, Online-Kalendern für Android-Phones, Online-Karten usw. usw. usw. unsere sämtlichen Lebensgewohnheiten abgreifen, dann ist klar, worauf das hinausläuft. Und wenn unsere Politiker da von Datenschutz und „Internet ist kein rechtsfreier Raum” schwafeln, und sich an Google Street View oder der zeitbegrenzten Speicherung von Bildchen abarbeiten, dann wird da so richtig klar, wie wir da von der Politik verkackeiert werden. Die wirklichen Themen packen die nämlich nicht an, nur so plakatives Kurzfrist-Zeugs.
- So zerstört man den Chip im neuen Ausweis: http://blog.fefe.de/?ts=b3d6b233 Solltet ihr natürlich nicht machen… Ist schließlich Beschädigung von Staatseigentum. Denn dein Ausweis gehört nicht dir, sondern dem Staat!


