Nov
20
2010
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Keine Angst, kein Terror

Kabarettist Volker Pispers zu diesem Thema:

Sinngemäß: 44 Tote täglich durch Ärztepfusch… da muss ein Terrorist lange für arbeiten… :)

Ein paar kluge Zitate:

Die Anschläge werden damit nicht aufhören und auch die Terrorwarnungen nicht. Doch vielleicht besinnt sich der ein oder andere Politiker, künftig weniger Unsinn zu fordern.
- Kai Biermann

Wer jetzt noch meint, es ginge um den Kampf gegen Terror, der hat die Propaganda und die Lügenmärchen der Zensur- und Überwachungslobby nicht verstanden.
- Burkhard Schröder

Man darf diese schwierige Sicherheitslage und die Terrordrohungen jetzt nicht politisch instrumentalisieren.
- Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP

Es ist unredlich, die aktuelle Terrorwarnung dafür zu missbrauchen, neue Sicherheitsgesetze wie die Vorratsdatenspeicherung zu fordern.
- Till Steffen, Grüne

Sogar einer, der früher ganz andere Töne spuckte, scheint es (momentan) anders zu sehen.

Das ist jetzt nicht die Stunde für gesetzgeberischen Aktionismus…
- Wolfgang Bosbach, CDU

Hoffentlich erinnern sich unsere lieben Politiker auch noch morgen daran.

Abschließend noch drei absolute Tiefflieger als Negativbeispiel:

Wenn wir in der Nachbarschaft irgendetwas wahrnehmen, dass da plötzlich drei etwas seltsam aussehende Menschen eingezogen sind, die sich nie blicken lassen oder ähnlich, und die nur Arabisch oder eine Fremdsprache sprechen, die wir nicht verstehen, dann sollte man glaube ich schon mal gucken, dass man die Behörden unterrichtet, was da los ist.
- Ehrhart Körting, SPD

Was Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Bürger angeht, sollten wir uns an den USA orientieren. Telefonüberwachung, Onlinedurchsuchung, Datenspeicherung und ab und zu ein Fingerabdruck, das ist kein Teufelszeug. Wer das nicht will, kann sich ja zuhause hinter dem Ofen verkriechen.
- Rainald Becker, SWR

Uwe Schünemann, CDU, der Handy-Verbote für islamistische Gefährder fordert, habe ich hier schon erwähnt.

Nov
17
2010
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(Netz-)Politik – Fachkompetenz dringend gesucht

Ich rege mich ja schon länger über so manche politische Entscheidung auf. Eine kleine Übersicht, damit ihr euch nicht ausgeschlossen fühlt ;) . Gemeinsam aufregen ist doch viel schöner…

Jugendschutz

Momentan arbeiten die Bundesländer an einer neuen Version des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV), der auch eine Alterskennzeichnung von Webseiten fordert. Ähnlich wie bei Spielen oder Filmen. Diese sind aber statisch, sofern man mögliche Updates bei Spielen ignoriert. Webseiten, insbesondere Blogs, sind dagegen ständigen Änderungen unterworfen. Wer soll die ganzen Inhalte einstufen? Von den Kosten mal ganz abgesehen. Der Einfachheit halber würde ich mein Blog ab 18 freigeben. Nimmt man die aktuell gültige Richtlinie fürs Fernsehen, so dürfte die Seite nur zwischen 23.00 und 06.00 Uhr erreichbar sein. Alternativ kann man mit dem tollen (Ironie!), neuen, elektronischen Personalausweis sicherlich das Alter der Besucher checken. Solche Abfragen kann ich mir aber finanziell nicht leisten.

Weitere Details in der Linkssammlung von glaeserner-staat.de.

“Durch mangelnden Sachverstand, fehlende Einsicht in die Zusammenhänge und falsch verstandene Fürsorgepflicht wird ein populistisches Bündel von Vorschriften verordnet, das dem Schutz von Kindern und Jugendlichen nicht dient.”
Alvar Freude

Nach dem Lesen der ganzen Artikel frage ich mich: “Wie blöd muss man sein um so ein Gesetz zu entwerfen?” Das wird man doch noch mal sagen fragen dürfen!

Personalausweis

Der tolle (immer noch Ironie), neue elektronische Personalausweis. Der ja so sicher ist – lässt man den durchschnittlichen Windows Anwender aus der Statistik fallen. Zugegeben, der Ausweis selbst wurde bisher noch nicht gehackt. Die auf dem Computer installierte Software, die für die Internetfunktionalitäten notwendig ist, hingegen schon. Der Chaos Computer Club hat außerdem schon vor Wochen bewiesen, dass bei einem virenverseuchten Computer, Stichwort “Trojaner”, in Kombination mit einem billigen Lesegerät, die Identität gestohlen werden kann. Zur Einführung des Ausweises wurden von der Regierung solch billige Lesegeräte verschenkt

Die Haftung bei einem solchen Missbrauch ist noch nicht geklärt. Wahrscheinlich dürfen sich darüber dann Onlinehändler und Käufer streiten. Der Staat wird kaum dafür gerade stehen.

Vermummungsverbot im Internet

Alleine diese Aussage verlangt nach einem *rofl*. Wehe es sitzt jetzt jemand mit Kapuzenpullover, Sturmhaube – oder viel, viel schlimmer – Kopftuch vorm Rechner! Spaß beiseite, darum geht es unserem Herrn Axel E. Fischer, natürlich CDU, nicht. Wäre er in der CSU, wäre ich mir in Sachen Kopftuch nicht so sicher :P .

Ginge es nach diesem Politiker, wären Pseudonyme, also Benutzernamen, die nicht dem echten Namen entsprechen, verboten. Fehlende Anonymität führt schnell zur Selbstzensur, das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Selbst wenn es nur die Angst vor einer Abmahnung wegen eines Fotos einer Bockwurst (!) ist.

In diesem Zusammenhang preist Herr Fischer den tollen, neuen Ausweis. Ach, ist er nicht toll?

… Dabei sei der neue Personalausweis eine “ideale Möglichkeit, sich im Internet zu identifizieren”…
via heise online

Dass diese Identifikation vom Webseitenbetreiber angeboten werden muss, vergisst er leider. Nicht jeder kann sich das leisten, was ich ja beim Thema Jugendschutz schon erwähnt habe. Außerdem werde ich meinen alten Ausweis erst in neun Jahren eintauschen. Soll ich bis dahin schweigen?

Natürlich bringt die Anonymität auch Nachteile mit sich. Dies rechtfertigt aber kein Verbot!

Vorratsdatenspeicherung light – Quick Freeze Plus

“Quick Freeze Plus”, wäre es ein Gefrierschrank, ich würde ihn sofort kaufen!

Seitdem das Bundesverfassungsgericht die Vorratsdatenspeicherung als verfassungswidrig einstufte, arbeiten das BKA und einige Politiker fieberhaft an einer neuen Version dieser grundlosen Kriminalisierung der gesamten deutschen Bevölkerung.

Das spricht gegen die Vorratsdatenspeicherung. Vorteile sehe ich keine. Damit ist, von meiner Seite, alles zu diesem Thema gesagt.

Neusprech: “Gefährder”

Nun komme ich langsam zum Ende :) Die Idiotie des Tages sollte ich noch erwähnen:

… “Handy- und Computerverbote für islamistische Gefährder”… “verstärkte Polizeipräsenz in islamisch geprägten Stadtvierteln, um ein klares Signal gegen religiöse Clanstrukturen und Regelsysteme zu setzen”…
fordert Uwe Schünemann (CDU), via heise online

Das Wort “Gefährder” kennt meine Rechtschreibprüfung nicht. Ach ja, ich muss ja auf Neusprech umstellen! Gut, dass Zeit Online eine Übersetzung bzw. Erklärung für das Wort anbietet:

Gefährder: Im staatlichen Sinne jemand, von dem eine Gefahr ausgeht, vor allem eine terroristische. Klingt bedrohlich. Tatsächlich aber ist jemand gemeint, gegen den es keine gerichtsfesten Beweise gibt, den man daher nicht anklagen und nicht verurteilen kann und der nach bisherigem Rechtsverständnis unschuldig ist. Was G. eigentlich sind, sagt niemand. Möglicherweise Fast-Verdächtige. Zumindest aber Menschen, die es zu beobachten und zu überwachen gilt.
Zeit Online

Ein gepflegtes *lol* muss da schon sein.

Das Zugangserschwerungsgesetz habe ich jetzt ganz vergessen. Dazu äußere ich mich vielleicht ein anderes Mal. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! :)

Feb
05
2010
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Überwachung in Deutschland – eine Radioreportage

Kafka, Kanzler und da knackt nichts

Aus dem Inneren eines Überwachungsstaates
Von Holger Siemann

Ein junger Mann erfährt durch eine Panne bei seinem Mobilfunkbetreiber, dass er von Verfassungsschutz und BKA abgehört wird… Nach sieben Jahren vergeblicher Bemühung um Aufklärung, nach Hausdurchsuchung und schließlich doch noch erfolgter Verhaftung zieht das Bundesverfassungsgericht eine Grenze. Der “Terrorist” erhält Akteneinsicht, das Verfahren wird eingestellt. Obwohl die Geheimdienste sich der Aufklärung verweigern, lässt sich die paranoide Geisteshaltung der Ermittler anhand ihrer eigenen Aufzeichnungen nachvollziehen… In Deutschland wird 30-mal mehr abgehört als in den USA.

… Beim Studium der Akten fiel mir auf, dass nur von Internet, Videoüberwachung, Mobiltelefonen, nicht aber von Wanzen-hinter-Fußleisten-platzieren oder vom Briefpostöffnen die Rede war. Sind unsere geheimen Jungs so vernarrt in ihr technisches Spielzeug? …

http://www.dradio.de/

Erschütternd. Nehmt euch 54 Minuten Zeit und hört euch den Beitrag an!

Download des Beitrags als MP3

Dez
17
2009
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Vorratsdatenspeicherung unter der Lupe

Bundesverfassungsgericht: Vorratsdatenspeicherung unter der Lupe

“Ein Terrorist kann die Speicherung umgehen”

Kitisch äußert sich auch Datenschutzbeauftragter Peter Schaar. Der Datenschützer widerspricht dem Argument, dass die Vorratsdatenspeicherung ein effizientes Werkzeug für die Justizbehörden darstelle – etwa, um gegen Terroristen vorzugehen. Im Interview mit dem Magazin “Spiegel Online” warnt Schaar davor, dass beispielsweise”ein Terrorist die Speicherung umgehen kann”.

Bewegungsprofile bei Smartphone Nutzern

Als besonders angreifbar gilt die Vorratsdatenspeicherung für Smartphone-Verbindungen. Die entsprechenden Vorschriften fordern nämlich, dass “Beginn und Ende einer Verbindung” protokolliert werden müssen. Besitzer von iPhones oder anderen Smartphones, die durchgehend mit dem mobilen Funknetz verbunden sind, würden dementsprechend auch durchgehend überwacht. Nach Aussagen von Peter Schaar werden im “Viertelstunden-Takt Standortdaten aufgezeichnet” und für “ein halbes Jahr gespeichert”.

[via]

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